Verkehrsaufkommen hoch

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Aarberg, Stadtplatz „Stedtli“

Zweck und Ziel der Begegnungszone Die mit der Ortskernattraktivierung „AARbiente“ angestrebte Aufwertung des Stedtli als zentraler Einkaufs-, Begegnungs- und Kulturort deckte sich weitgehend mit den Zielen der Verkehrsanordnung der Begegnungszone: Ermöglichung einer sicheren und attraktiven Koexistenz aller Verkehrsteilnehmenden in einem begrenzten, charakteristischen Bereich. Die architektonische Einheit des historischen Stadt- bzw. Marktplatzes bot ideale Voraussetzungen dafür. Mit der Begegnungszone wurde auch eine verkehrslenkende Wirkung angestrebt: Der orts- und zentrumsquerende Verkehr (Fremdverkehr) sollte möglichst auf die dafür vorgesehene und besser geeignete Bahnhofstrasse gelenkt werden, ohne die erwünschten „StedtlikundInnen“ abzuwehren bzw. zu schikanieren. Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg der Begegnungszone war, dass sie vom Gewerbe und den Anwohnenden akzeptiert und als Chance zur Aufwertung ihres Geschäfts- und Wohnumfeldes unterstützt wurde. Dies ist mindestens in der Bewilligungsphase gelungen, hat es doch keine einzige Einsprache gegen die Einführung der Begegnungszone gegeben. Vorgeschichte Ende 1999 wurde das von der Gemeinde Aarberg eingereichte Projekt „AARbiente“ im Rahmen des kantonalen Wettbewerbes „Attraktivierung der Kernzonen“ vom Kanton Bern zusammen mit zwei andern Gemeinden zum Siegerprojekt gekürt. Ein Preisgeld von total Fr. 500’000.– stachelte die Spezialkommission noch mehr an, die insgesamt 7 Bausteine umzusetzen, da die Auszahlung des Preisgeldes an die Bedingung geknüpft wurde, die Projekte bis Ende 2004



Biel, Zentralplatz

Der streng rechteckige Platz mit hellem, gelblichem Asphaltbelag, begrenzt durch ein breites Betonband, erscheint als grosszügig dimensionierte Ganzheit. Die sparsame Möblierung mit mobilem Grün, einem historischen Brunnen, Bänken und einer ehemaligen Tramstation mit Uhr sowie die sanften Übergänge zwischen den Fahrbahnen (signalisiert als Begegnungszone) und den Flächen, die dem Fuss- und teilweise dem Veloverkehr vorbehalten sind, unterstützen diese Wirkung. Nachts erhellen vier haushohe Mastenleuchten und einzelne Bodenleuchten den Platz. Die 85%-Geschwindigkeit von 24 km/h wird als tolerierbarer Wert betrachtet. Die Auswertung der sechs verschiedenen Geschwindigkeitsmessungen ergab, dass 74% der gemessenen Fahrzeuge unter 20 km/h fahren.



Büren, Stedtli

Die Gemeindestrassen im Stedtli von Büren an der Aare waren schon länger eine Begegnungszone. 2017 konnte fünf Jahre nach dem Bau der Entlastungsstrasse auch die Kantonsstrasse Untere Hauptgasse in die Begegnungszone integriert werden. Damit gilt nun im ganzen Stedtli in Büren einheitlich Begegnungszone. Mehr Informationen aus der Solothurner Zeitung.



Burgdorf, Bahnhofquartier

Die erste Begegnungszone der Schweiz besteht seit 1996 – anfänglich versuchsweise unter dem Namen „Flanierzone“. Damals wurde ein Problem angegangen, das in Ortszentren von vielen Kleinstädten anzutreffen ist: Sie sind einerseits meist auf motorisierte Kundschaft angewiesen, andererseits ist gerade in Kleinstädten der starke Kundenverkehr das Grundübel für eine unattraktive Einkaufszone. Mit der Begegnunszone wurde ein Mittelweg gewählt, mit dem bewusst eine neue Verkehrskultur angestrebt wurde: der Langsamverkehr. Beschreibung vorher – nachher Die Strassen im Bahnhofquartier galten schon vor der Einführung der neuen Regelung als relativ angenehm. Nach der Einführung: – Rückgang des Geschwindigkeitsniveaus um rund 20 km/h – Abnahme des motorisierten Verkehrs um 16% Die anfängliche Skepsis seitens der Bevölkerung und des Gewerbes wandelte sich im Laufe der Pilotphase in breite Akzeptanz (Meinungsumfrage bei Geschäftsinhaber: 1997 bis zu 25% Befürwortung; 2001 bis zu 55% Befürwortung). Quellen, Literatur, Publikationen Weitere Informationen über die Begegnungszone und deren Entstehung finden sich auf der Website der Stadt Burgdorf Literatur: Daniel Grob, Fussverkehr Schweiz (2000): Evaluation einer neuen Form für gemeinsame Verkehrsbereiche von Fuss- und Fahrverkehr im Innerortsbereich – Expertenbericht Fussgänger- und Velomodellstadt Burgdorf (2002): Natürlich unterwegs. Schlussberich 1996 -2001



Crans-Montana, Centre de la station

Das Zentrumsgebiet von Crans-Montana wird durch eine Mischung von Geschäften und öffentlichen Einrichtungen gebildet und belebt. Jedoch wird dieses durch eine stark befahrene Einbahnstrasse mit Parkierungen neben und auf der Strasse negativ belastet. Nach einem Pilotprojekt aufgrund des Aktionsplans Umwelt und Gesundheit (PAES), entschied die Gemeinde, den Verkehr im Zentrum zu beruhigen und zu begrenzen. Dazu wurde eine Begegnungszone auf den Strassen im Zentrum eingerichtet. Zeitgleich wurde ein neues Parkierungskonzept umgesetzt.  



Fribourg, Square des Places

Der Square des Places in Fribourg befindet sich zwischen zwei Fussgängerzonen auf einer Hauptstrasse, die täglich von 9’000 Fahrzeugen befahren wird. Der Platz bildet eine wichtige Schnittstelle zwischen den Flächen des motorisierten Verkehrs und der wichtigen Fussverkehrshauptachse, welche den Bahnhof und die Universität mit der Altstadt verbindet. Mit Hilfe einer Begegnungszone konnte die Trennwirkung der Hauptverkehrsstrasse minimiert und die Fusswegbeziehung über den Platz gestärkt werden. Die Begegnungszone erhielt im Rahmen des Flâneur d’Or 2011 eine Auszeichnung. Kurzvideos: Die Begegnungszone im Gebrauch 1 Die Begegnungszone im Gebrauch 2



Rotkreuz, Kreuzplatz

Die sich im Eigentum des Kantons Zug befindenden Buonaser- und Luzernerstrasse mussten saniert werden. Die Gemeinde Risch Rotkreuz sah dies als Anlass den Dorfkern aufzuwerten. TEAMverkehr.zug erarbeitete dafür zusammen mit dem Lanschaftsarchitekten Benedikt Stähli ein Betriebs- und Gestaltungskonzept. Die Buonaser- und die Luzernerstrasse sind Nebenstrassen mit Verbindungsfunktion und waren verkehrsorientiert gestaltet. Aufgrund der Anordnung von publikumsintensiven Nutzungen wie Gastronomie-, Dienstleistungsnutzungen und Einkaufsmöglichkeiten entlang der Strasse besteht im Bereich des Kreuzplatzes ein hohes Fussgängeraufkommen und ein flächiges Querungsbedürfnis. Dieses konnte vom verkehrsorientierten Kreuzplatz mit Fussgängerstreifen nicht befriedigt werden. Der Platz wurde wildgequert, was zu Konflikten zwischen dem motorisierten Indi- vidualverkehr und Fussgängern führte. Um die Sicherheit der Fussgänger zu gewährleisten wurde eine Senkung der Höchstgeschwindigkeit im Sinne von Art. 108 SSV als notwendig, zweck- und verhältnismässig erachtet. Der Kreuzplatz wurde mit einem besonderen Belag optisch erkennbar gemacht und mit baulichen Massnahmen die Grundlage für eine Nutzung des Kreuzplatzes als Begegnungszone geschaffen. Ein Trinkbrunnen, Sitzgelegenheiten und grosse Bäume prägen den neuen Platz. Ein optimiertes Beleuchtungskonzept rundet die Platzgestaltung ab. Der Kreuzplatz ist mit seinem neuen Erscheinungsbild und der damit verbundenen Verbesserung der Aufenthaltsqualität nicht nur attraktiver, sondern auch sicherer und fussgängerfreundlicher. Die Gemeinde übergab am 13. September 2014 das aufgewertete Dorfzentrum feierlich der



Siders, Zentrum

Die Gemeinde Siders will bis 2020 einen grossen Teil des Zentrums in eine Begegnungszone umwandeln. Teile davon sind bereits umgesetzt.



Sion, Place du Midi

Der Place du Midi ist ein Platz im Zentrum von Sitten auf dem verschiedene Aktivitäten stattfinden: Fasnacht, Markt und diverse Veranstaltungen. Der Platz weist auch ausserhalb der Veranstaltungszeiten grosse Fussgängerströme auf. Um diese besser über den Platz zu führen und generell die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, wurde eine Begegnungszone eingerichtet. Zu Beginn war das Projekt sehr umstritten. Heute allerdings ist der Place du Midi ein belebter Platz, auf dem die Fussgänger in aller Ruhe flanieren, verweilen und einkaufen können.



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