Uster, Zentrum

Die in den Jahren 2006-2007 baulich umgestaltete Flanierzone der Gerichtsstrasse erhielt im Juli 2009 das dazu passende Verkehrsregime der Begegnungszone. Die sich erübrigenden Signale innerhalb der Zone, wie Parkverbote, konnten demontiert werden, was den Raum noch weniger autoverkehrsbetont erscheinen lässt. Die bestehende Tempo-30-Zone im Zentrum von Uster blieb unverändert.

Seit vielen Jahren ist es das erklärte Ziel des Stadtrates von Uster, alle Bestrebungen zur Förderung einer rücksichtsvollen Verkehrskultur zu unterstützen. Im Jahre 1997 erhielt das Zentrum Uster während mehreren Wochen ein gelbes Kleid. Die «Freundliche Zone» war ein Gemeinschaftswerk der Stadt Uster und des Gewerbeverbandes Uster. Was oder wer sollte freundlich sein? Einfach gesagt: alle. Mit mehr Rücksicht und Freundlichkeit sollten die Verkehrsteilnehmenden in Uster ihren Teil dazu beitragen, dass im Stadtzentrum eine neue und fortschrittliche Verkehrskultur heranwächst, die den städtischen und differenzierten Ansprüchen und Bedürfnissen aller Verkehrsteilnehmenden gerecht wird. Man wollte damals den Versuch starten, ohne Verbote und Gebote, sondern mit einer originellen Aktion, Humor und Farbe die Menschen zu einem neuen Mobilitätsverhalten zu bewegen. Im Sommer 1998 wurde die Aktion der «Freundlichen Zone» mit zusätzlichen Akzenten des Gewerbes wiederholt. Zur Verdeutlichung der Botschaft – Anregung zu einer freundlichen Verkehrskultur – wurden die verschiedenen Elemente angepasst. Der Einsatz für den Langsamverkehr wurde gar vom Bundesprogramm «Energie 2000» anerkannt. Der Bund unterstützte die Aktion zur sanften und vorausschauenden Fahrweise, somit auch zur Senkung des Treibstoffverbrauches, mit dem Eco-Drive-Simulator in der Poststrasse während zwei Tagen und einem Beitrag an die Werbekosten der Stadt. Im Jahre 1999 erfolgte als nächster Schritt die bauliche Vorantreibung der «Freundlichen Zone» mit der Sanierung der Bankstrasse bis zur Bahnhofstrasse und der Umgestaltung des Bahnhofvorplatzes. Am 27. Oktober 2000 konnte dann im Zentrum Uster die erste Tempo-30-Zone dem Verkehr übergeben werden. Die baulichen Voraussetzungen zu dieser Zonenart waren nun gegeben.
Das Gebiet umfasste – nach zwei Rekursen im Vorfeld – die Gerichtsstrasse, die Poststrasse, die Webernstrasse, die Tannenzaunstrasse, die Winterthurerstrasse und die Bankstrasse. Im Jahre 2006 und 2007 konnte die Stadt einen nächsten wichtigen Schritt Richtung Flanierzone machen. Die optische und bauliche Umgestaltung der Gerichtsstrasse – auf gleichem Niveau – ermöglicht nun die Auflösung der klassischen Strassenraumtrennung mit Trottoir und Fahrbahn und präsentiert sich neu als eine Verkehrsfläche. Mit einer Motion der Grünliberalen Partei erhielt das alte Ziel des Stadtrates, Bestrebungen zur rücksichtsvollen Verkehrskultur zu unterstützen, die nötige Zustimmung aus dem Gemeinderat. Die Abteilung Sicherheit wurde beauftragt, bei der verkehrstechnischen Abteilung der Kantonspolizei Zürich das nötige Gutachten für eine Begegnungszone einzureichen. Auf die amtliche Publikation vom 11. Februar 2009 folgten keine Rekurse, so dass anschliessend die nötigen Eingangstore mit der entsprechenden Signalisation bestellt werden konnten.

Weitere Informationen:
Das Projekt erhielt im Rahmen des Flâneur d’Or eine Auszeichnung.



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