Zürich, Bullingerplatz

Mit der Eröffnung der Westumfahrung wurde die ehmalige Transitachse West-/Sihlfeld-/Bullingerstrasse durch die Stadt Zürich umgebaut. Ein zentrales Element der sogenannten flankierenden Massnahmen war die Umgestaltung des Bullingerplatzes. Der Bullingerplatz wurde als erlebbarer Platz zurückgebaut und ist heute eine Begegnungszone.

Die flankierenden Massnahmen umfassen im Wesentlichen die Umgestaltung der Seebahnstrasse zu einer innerstädtischen Hauptverkehrsstrasse, die Umgestaltung der ehemaligen Transitachse zu verkehrsberuhigten Quartierstrassen und der Rückbau der Birmensdorferstrasse zwischen Waldegg und Triemli inklusive Umgestaltung Triemli. Vor allem für den Fuss- aber auch den Radverkehr resultierten wesentliche Verbesserungen.

Die Strassen und Plätze entlang der ehemaligen Westtangenten-Transitachse wurden verkehrsberuhigt gestaltet, so dass der öffentliche Raum wieder vermehrt Begegnungsort, Erholungsraum sowie Raum für vielfältige Aktivitäten ist. Zwei neue Plätze – der Anny-Klawa-Platz an der Sihlfeldstrasse und der Brupbacherplatz wurden geschaffen. Eine offene, durchlässige Gestaltung mit Kiesbelag, Bäumen und Sitzbänken erzeugt
Aufenthaltsqualität und das Potenzial für eine Entwicklung zu neuen Quartierplätzen. Ebenso hat die Weststrasse ein komplett neues Gesicht erhalten. Die Sihlfeldstrasse erhielt eine neue Allee und hat dank der breiteren Trottoirs das Potenzial, zu einer Flaniermeile zu werden. Innerhalb des ganzen Perimeters wurden insgesamt rund 370 Bäume gepflanzt.
Der Bullingerplatz wurde grundlegen umgestaltet und bildet nun als Begegnungszone einen für das ganze Quartier nutzbaren Aufenthaltsort. Der grosse Brunnen in der Platzmitte markiert den neuen Quartiertreffpunkt und ein neues Restaurant trägt zusätzlich zur Belebung des Quartierplatzes bei.
Bei der Masse der umgesetzten Massnahmen ist nicht weiter erstaunlich, dass teilweise auch nachträglich Nachbesserungen durchgeführt werden mussten. Um den Aufenthaltscharakter des Platzes noch zu verdeutlichen und den Verkehr weiter zu beruhigen, wurden auf Wunsch der Quartierbevölkerung inzwischen zusätzliche Möblierungselemente platziert. Nach und nach wird so der ehemalige Strassenraum wieder von der Anwohnerschaft «zurückerobert».

Zeitlicher Ablauf

1991: Auflage des Ausführungsprojekts Westumfahrung Zürich. Es gehen 292 Einsprachen ein.
1996: Urteil des Bundesgerichts, das den Kanton Zürich verpflichtet, flankierende Massnahmen zum Schutz der Stadtquartiere und Dörfer auf die Eröffnung der Autobahn hin zu planen.
2001: Der Regierungsrat des Kantons Zürich genehmigt das Gesamtkonzept der flankierenden Massnahmen.
2006: Planauflage Vorprojekt im Frühling; Planauflage Bauprojekt Ende Jahr.
04/05/2009: Eröffnung der Westumfahrung Zürich A3. Gleichzeitig wird in der Stadt Zürich mit der ersten Etappe der flankierenden Massnahmen begonnen.
02/08/2010: Eröffnung Seebahnstrasse im Gegenverkehr.
24/05/2012: Einweihung der umgestalteten entlasteten Strassen.

Auszeichnung

Der Bullingerplatz erhielt als Bestandteil der flankierenden Massnahmen zur Westumfahrung 2014 den Hauptpreis von Flâneur d’Or. Weitere Informationen finden sich unter folgendem Link:
http://flaneurdor.ch/home/page.aspx?page_id=5647